Auf der Suche nach dem verlorenen Fred
Gymnasiasten begeistern mit turbulenter Kriminalkomödie das Publikum in der Fritz-Wunderlich-Halle
Von Manuel Geimer
Unter dem Sofa oder doch besser im den Wandschrank? Wo ist das beste Versteck für den Göttergatten, wenn man ihn gerade eben mit einer Rotweinflasche um die Ecke gebracht hat? Dieser Frage ging der Kellerklan, die Theatergruppe des Gymnasiums Kusel, am Samstagabend in der Fritz-Wunderlich-Halle nach. Mit einer heiteren Inszenierung einer Kriminalkomödie von Walter G. Pfaus unterhielten die Schüler das Publikum. Der Inhalt: Erst vor kurzem haben Jutta Maler (Eva Bettinger) und der gerissene Gauner Fred Maler (Jan Kornelsen) geheiratet, und schon steht die erste Krise vor der Tür. Findet Jutta doch beim Betreten der Wohnung nicht nur ihren Gatten vor, sondern auch jede Menge Schlüpfriges, das auf eine heiße Affäre ihres Mannes hindeutet. In ihrer Wut greift sie zur Weinflasche und schlägt diese Fred auf den Kopf. Als dieser zu Boden geht und regungslos liegen bleibt, gerät Jutta in Panik. Doch zum Glück hat sie ja noch ihre Tante Trude aus Buxtehude (Meike Fischer) und ihre Mutter Maria Franken (Julia Umlauff), die ihr bei der Beseitigung ihres Mannes mit Rat und Tat zur Seite stehen. Gemeinsam schmiedet das Trio einen Plan, der allerdings von Privatdetektiv Otto Tauber (Tobias Decker) durchkreuzt wird. Und Tauber selbst meldet Interesse an der schönen Jutta an. Als dann auch noch Kommissarin Butzbach (Julia Jäußer) und ihr Assistent (Mario Hennchen) auftauchen, ist das Chaos perfekt. Zumal sich zwei weitere Polizisten (Janis Altherr und Phillipp Bohr) in die Sache einmischen. Und dann betritt noch Gabi Bausch (Lara Aulenbacher) die Szene, eine Frau, die mit Fred noch ein Hühnchen zu rupfen hat. Ungetrübten Durchblick bei all diesen Irrungen und Wirrungen hat lediglich die Hausbesitzerin Emma Thieme (Laura Sackenheim), die ihrerseits mit dem verschwundenen Fred ebenfalls - wie könnte es anders sein - noch eine offene Rechnung hat.
Die Laiendarsteller des Kellerklans mit ihrer Regisseurin Doris Eichert haben es am Samstagabend einmal mehr geschafft, mit ihren Leistungen zu überzeugen. Unterstützt von Martin und Robert Ruth an der Technik sowie von Walter Kauf trafen die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Inszenierung den Geschmack des Publikums, das mit starkem Applaus keineswegs geizte. Doris Eichert hatte alle Rollen vortrefflich besetzt. Ausnahmslos alle Darsteller spielten hervorragend. Für ihr riesiges Engagement wurde Laura Sackenheim mit einem Extraapplaus belohnt. Sie war kurzfristig für Selina Vautrin eingesprungen und übernahm die Rolle der Hausbesitzerin Emma Thieme.
Quelle: Westricher Rundschau, Mittwoch, 6. Juni 2007
Bearbeitung: Sy, 14.06.07