Brief über Skifreizeit
Hallo ihr Lieben zu Hause,
nun ist unsere Woche Ski-Spaß fast zu Ende und es war eine ganze Menge los hier. Nicht zuletzt sorgten für die Stimmung auf der gesamten Fahrt die 20 Sport- LKler, fünf süße, ausgeliehene Ski-Hasen, drei Pistenrowdies sowie zur Unterstützung drei nette (manchmal etwas verrückte) Lehrer und ich.
Aber ich glaube, ich fange mal ganz von vorne an:
Am 22.01.05 ging es um 06.00Uhr vom Gymnasium aus los in Richtung Südtirol. Im Bus lernten wir dann zuerst mal den netten Busfahrer Norbert und dessen Freundin Martina kennen. Damit waren wir für die Reise komplett. Allerdings kam zu Beginn der Hinfahrt nicht die beste Stimmung auf, da manche in der Nacht noch kein Auge zugetan hatten. Nach vielen, vielen, vielen Stunden Fahrt und 650 km weiter, waren wir dann endlich am Ziel: Die Pension Enzian. Als die aufgedrehte Menge dann ihr Zimmer beziehen wollte bemerkten die Lehrer plötzlich, dass ein Zimmer zu wenig reserviert war, allerdings löste sich dieses Problem dann doch noch irgendwie. Der erste Abend verlief dann relativ ruhig, und jeder war froh, als er in seinem Bett lag, besonders ich.
Normalerweise klingelten um sieben Uhr die Wecker, damit pünktlich um halb acht gefrühstückt werden konnte. Manche von uns gaben es allerdings im Laufe der Woche auf, den Wecker zu stellen, da sie regelmäßig um kurz vor sieben unangenehm geweckt wurden. Um halb neun standen wir dann auf der Piste.
Aufgeteilt in drei Gruppen ging der Spaß dann los.
Die absoluten Anfänger waren die Gruppe C, bzw. blau, da sie vorwiegend auf den leichten (blauen) Pisten zu finden waren. Diese Gruppe hatte den Beistand vom Schutzheiligen Skifahrius am nötigsten, da es manchmal ziemlich chaotisch zuging und einige auch das Rückwärtsfahren bevorzugten.
In der Gruppe B wagte man sich schon an die etwas schwierigeren, roten Pisten heran. Dies hatte zur Folge, dass manche Fahrer heftige Erlebnisse mit einem Bretterzaun hatten und laut nach Skifahrius riefen.
Die Gruppe A, mit der auch ich unterwegs war, hatte es am härtesten getroffen. Trotz ihres Könnens nahmen dann einige Reißaus und gingen einige Zeit im Gebirge verloren. Allerdings hatten sie keine Chance und wir fanden sie wieder!
Jede Gruppe machte im Laufe der Woche Techniktraining, welches dem jeweiligen Könnensstand angepasst war.
Auf der Piste kam der Spaß nie zu kurz. Besonders gefallen hat mir das Pferderennen, denn dadurch wurden die kalten Hände wieder aufgewärmt. Was ich auch sehr wichtig fand, war das Aufwärmen am Morgen und nach jeder längeren Pause, da ich keine Lust hatte, mir irgendwelche Verletzungen zuzuziehen.
Mittags hieß es dann immer: Abfahrt zur Mittelstation. Dort brach dann der WAHRE Kampf ums Überleben aus, denn wir prügelten regelrecht um Sitzplätze und um das Essen, aber irgendwie wurde dann selbst ich satt.
Dann ging es am Nachmittag wieder weiter mit Pferderennen, Formation fahren, Carven und Kurzschwünge üben, Pflug fahren und auf verschiedenste Weise bremsen... :)
Einen Tag hatten wir dann die Ehre und ein Kameramann vom ZDF (Herr Jung) filmte unser Können. Mir war das allerdings alles zu dämlich und ich fuhr alleine weiter.
Trotz der eisigen Kälte und dem modischen Zwiebellook hatten wir unter anderem großen Spaß an den verschiedensten Kopfbedeckungen die von der klassischen Zipfelmütze, über den Harlekin-Look bis hin zum Rasta-Outfit reichten, allerdings machte uns nicht nur unser äußeres Spaß. Wir haben sehr viel Neues kennen gelernt, unsere Technik verbessert und festgestellt, dass man manche Dinge besser nicht ausprobiert.
Nach dem Skifahren steht noch das wichtigste an: APRÉS SKI!
Leider kamen wir meiner Meinung nach etwas selten dazu, also bin ich dann immer auf eigene Faust losgezogen und hab im Pavillon auf den Rest der Truppe gewartet. Hier waren auch die Lehrer noch gaaanz brav. Sie zeigten erst am Abend ihr wahres Gesicht.
Am Mittwoch hatten wir dann einen halben Tag "Ski-Frei". Ich fand das ziemlich unnötig. Doch wir hatten Gelegenheit, unsere Vorräte in Brunneck aufzufüllen und unseren Zwiebellook dem Wetter entsprechend auszuweiten.
Die Abende verliefen alle (mit Ausnahme von gestern, dem letzten Abend) ziemlich ruhig.
Nach dem Kampf um heißes Wasser zum Duschen und dem Abendessen gingen wir immer zum gemütlichen Teil des Tages über. Es wurden Referate gehalten, einige vergnügten sich mit TABU(s):) oder andere gingen lieber gleich auf ihr Zimmer. Eine von uns verlor im Gewimmel der vielen Flure ihre Orientierung und stürmte in ein falsches Zimmer. Dort spielten sich Dinge ab, die nicht jugendfrei sind und von denen ich euch lieber persönlich berichte. Wie einige Recherchen ergaben waren diese beiden Bewohner aus Österreich.
Einige "harte Kerle" waren so von ihren Ski-Erlebnissen beflügelt, dass sie ihre Männlichkeit unter Beweisstellen wollten. Allerdings war diese wegen der Kälte auf ein Minimum reduziert.
Manche von uns waren nicht mit den Schlafenszeiten einverstanden und brachen deshalb des Öfteren nachts aus ihren Zimmern aus. Dies inspirierte unsere Lehrer Fallen aufzustellen und einige liefen auch prompt hinein. Beim Frühstück danach, sorgte dies für allgemeines Gelächter und warf die Frage auf, ob der Brotdieb der Nacht auch in die Falle ging.
Gestern Abend wurde dann Abschied gefeiert. In einer feierlichen Zeremonie, welche die Lehrer veranstalteten, wurden einige Auserwählte stellvertretend für alle getauft und in die Zunft der Skifahrer aufgenommen. Auch wir haben zum Abschluss ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt und so wurde der letzte Abend gebührend gefeiert.
Morgen früh kommen wir wieder zurück! Ich finde es schade, denn ich hätte noch eine Woche länger hier bleiben können, soviel Spaß hat es hier gemacht!
Ich freue mich auf euch!
Ciao eure Barbara Decker, Anne-Kathrin Thul