Hörenswerte Kostbarkeiten
Kuseler „Bläser-Treff" stellt sich bei Konzert in der Fritz-Wunderlich-Halle vor
Von Klaudia Gilcher
Zeigen, wie Nachwuchsarbeit funktionieren kann, Kontakte ermöglichen und den Blick über den Tellerrand wagen - das will der „Bläser-Treff", den das Gymnasium Kusel ins Leben gerufen hat.
Am Mittwoch stellte sich das Forum für junge Musiker und ihre Ausbilder mit einem Konzert verschiedener Ensembles in der bis auf den letzten Platz besetzten Fritz-Wunderlich-Halle vor. Die Bigband des Gymnasiums auf der Bühne, der ganz junge Nachwuchs im Foyer - ob der reinen Zahl der jungen Musiker drängte sich am Mittwochabend der Eindruck auf, dass sich die Musikvereine, Ensembles und Bands in der Region keine Sorgen um den Nachwuchs machen müssen. Zumindest, was die Blasinstrumente angeht. Ein Fundament ist dabei das Engagement des Kuseler Gymnasiums: Bigband, Flötenensemble, Blechbläserensemble und Bläserklasse der Schule zeigten beim Konzertabend, welche Darbietungen nach wenigen Monaten oder etlichen Jahren Übung am Instrument möglich sind. Außerdem dabei waren die Bläserklasse der Realschule, das Klarinettenensemble der Musikschule Kuseler Musikantenland sowie der vereinsübergreifend geführte Jugend-Bläser-Chor (JBC), der Jugendlichen wie Spätberufenen mit mindestens zwei Jahren Spielpraxis offensteht.
Nicht alle Ensembles konnten bei ihrem ersten Konzert vom Fleck weg so locker-routiniert aufspielen wie die Bigband, die inzwischen schon eine CD aufgenommen hat. Hatten einige ganz junge Musiker doch offenbar vor Aufregung die ganze Nacht nicht geschlafen. Trotz Lampenfiebers gab es auch bei den Vorträgen der musikalischen Frischlinge aus den verschiedenen Schulen viel Bemerkenswertes. Auch wenn nicht jeder Ton saß, und das Tempo manchmal frei gestaltet wurde - am Ende von acht, zwölf oder 18 Monate dauerndem Üben standen einige hörenswerte Kostbarkeiten. Wie viel Feuer die Musik in einen Konzertsaal tragen kann, wenn der Übungsatem lang genug ist, erlebte der ganz junge Nachwuchs am Mittwoch auch gleich: Die zwischen Swing, Rock, Blues und Klassisch-Pastoralem changierenden Beiträge der fortgeschrittenen Ensembles wurden mit stürmischem Applaus honoriert.
Der „Bläser-Treff" ist als Veranstaltungsreihe konzipiert und soll dem Nachwuchs auch Möglichkeiten für weitere Ensemblearbeit aufzeigen. Initiiert wurde er von Hendrik Gesner. Der Musiklehrer hat unter anderem die Bigband des Gymnasiums auf einen ebenso schwungvollen wie präzisen Weg gebracht. „Mein Wunsch ist, dass viele junge Leute ein Instrument lernen, dabeibleiben und Musik machen", sagte Gesner in seiner Begrüßung. „Egal ob bei uns oder im Verein oder bei uns und im Verein. Unsere schulische Arbeit trägt sicher zur gegenseitigen Bereicherung bei."
Quelle: Westricher Rundschau, Freitag, 15. Juni 2007
Bearbeitung: Sy, 17.06.07