Liebe, Sexualität und Aids
KUSEL: Gymnasium setzt sich mit Problematik auseinander
Von Joel Link
Auf dem Weg zum Erwachsenwerden gibt es für junge Menschen immer wieder viel Neues zu entdecken. Damit sie diesem nicht hilflos gegenüberstehen, ist es unabdingbar für eine Schule, Aufklärungsarbeit zu leisten.
So gestern auch am Gymnasium in Kusel. Das wichtige Thema: Liebe, Sexualität und Aids. Gestern Morgen, 9.30 Uhr: Die Hälfte der neunten Klassenstufe hatte sich in der Turnhalle versammelt und wartete darauf, den mit viel Aufwand aufgebauten Mitmach-Parcours zu durchlaufen. Fünf Stationen, an denen die Jungen und Mädchen alles erfahren konnten über die Themen Übertragungswege von Aids, Leben als Betroffener der Krankheit, Möglichkeiten zum Schutz vor HIV und Verhütungsmitteln allgemein.
Bei der Station „Körpersprache" sollte den Schülern und Schülerinnen durch pantomimisches Darstellen von „flirten" oder „Sex im Auto" der Umgang mit diesen Begriffen im täglichen Gespräch erleichtert werden. Nach vereinzeltem Genörgel am Anfang war dann aber auch der Letzte begeistert bei der Sache. Den Mitmach-Parcours leiteten Mitarbeiter der Aids-Hilfe Kaiserslautern, der ProFamilia, der Evangelischen Jugendzentrale, von Donum Vitae, dem Diakonischen Hilfswerk sowie der katholischen Kirchengemeinde.
Die Lehrerinnen Ursula Klos und Ruth Scheffler hatten das Ganze organisiert. Nach anderthalb Stunden hatte dann jede der fünf Gruppen alle Stationen besucht. Die Schüler durften sich dann noch Informationsmaterial zu den verschiedenen Themen mitnehmen, auch Kondome wurden kostenlos verteilt. Darauf folgte nach einer kurzen Pause ein Wechsel mit der anderen Hälfte der Klassenstufe. Diese besuchte das, im Schulhaus, parallel zum Parcours laufende Ein-Mann-Theater von Timo Alexander Wenzel, Schauspieler am Pfalztheater. Er führte die Geschichte von „Bomber" auf, der dem Theaterstück seinen Namen gibt. „Bomber", ein Jugendlicher, ungefähr im Alter der Zuschauer, findet keinen Rückhalt im Elternhaus und stützt sich auf seine vermeintlichen Freunde, unter anderem „Held". Er verliebt sich in ein Mädchen namens Mona und ist hin- und hergerissen zwischen dem Druck seines Freundes, der mit einer Wette einen plumpen Konkurrenzkampf um Mona zwischen den beiden eröffnet, und seiner Liebe zu ihr. Nachdem die Situation auf einer Party eskaliert, erfährt er von Mona, dass sie HIV-positiv ist, was sein Interesse an ihr aber nicht mindert. An dieser Stelle endet das Stück - genügend gedanklicher Freiraum also, um den Zuschauern eine Meinungsbildung nicht vorwegzunehmen. Abschließend wurde ihnen dann eine pädagogische Aufbereitung der Aufführung angeboten, bei Spielen und dem Nachstellen der Szenen konnte sich jeder Schüler mit seinen Ideen einbringen.
Quelle: Westricher Rundschau, Freitag, den 29. Juni 2007
Bearbeitung: Sy, 29.06.07