Inhalt:
- Gen-Kartoffel
- Warum die Erdbeere keine Beere ist!
- Warum riecht der Urin nach dem Spargelessen etwas streng?
- "Gene Pharming" als Revolution in der Medizin?
- SARS (schweres akutes respiratorisches Syndrom)
- PID- ja oder doch nein?
- Machen uns unsere "Bewegungsgene" krank?
- Neuer Ansatz in der AIDS-Bekämpfung
- Spatz ist der Vogel des Jahres 2002
- Mit Jeans in die Badewanne...
- Standpunkte zur Gentechnik
- Ein Rat und noch ein Rat und noch ein Rat und noch ...
- Die kulturelle Evolution des Menschen
- Die Xenogenesis-Trilogie
- Milzbrand
- Neuer Schnelltest für BSE?
- Genetischer Fingerabdruck
- PID kontra PND?
- Das Ende von Tierversuchen?
- Hoffnung für Diabetiker?
Um die Zulassung der Amflora-Kartoffel wurde seit vielen Jahren eine erbitterte Auseinandersetzung geführt. Amflora ist nun die erste gentechnisch veränderte Pflanze, die seit 1998 in der EU eine Anbau-Zulassung erhalten hat.
In Europa stammt etwa die Hälfte der verarbeiteten Stärke aus Kartoffeln. Sie wird in der Lebensmittelindustrie eingesetzt, ist aber auch als nachwachsender Rohstoff Bestandteil vieler Produkte im Non-Food-Bereich.
Pflanzliche Stärke besteht aus zwei verschiedenen Formen, Amylose und Amylopektin. Bei der Kartoffel beträgt das Verhältnis von Amylose zu Amylopektin etwa 1:4. Beide Stärkeformen haben unterschiedliche Eigenschaften: Während Amylose geliert, kann Amylopektin verdicken und verbinden. Die Kleistereigenschaften des Amylopektins werden in vielen Produkten genutzt. Daher wird diese Stärkeform häufiger nachgefragt.
Amylopektin wird etwa in der Papier- und Textilstoffindustrie sowie bei der Kleb- und Bausstoffherstellung verwendet. Aus Amylose dagegen lassen sich biologisch abbaubare Folien und Filme herstellen. Vor jeder industriellen Verwendung muss die Kartoffelstärke in diese beiden Komponenten getrennt werden. Dies geschah früher unter hohem Verbrauch von Energie und Wasser. Heute ist es auch möglich, die gewünschte Stärkeform über eine chemische Modifikation zu erzeugen.
Durch Einsatz gentechnischer Verfahren ist eine Kartoffel entwickelt worden, die ausschließlich Amylopektin produziert und damit den Schritt der Stärketrennung bzw. -modifizierung überflüssig machen soll. In der Kartoffel wurde das für die Bildung von Amylose verantwortliche Gen blockiert, indem Teile des Gens in umgekehrter Orientierung ins Genom eingeführt wurden (Antisense-Technik).
Die Kartoffel mit reiner Amylopektin-Stärke wurde von BASF Plant Science entwickelt und soll unter dem Markennamen Amflora in Europa auf den Markt gebracht werden.
Mehrfach haben verschiede Expertengremien der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Amflora-Kartoffel überprüft. Obwohl sie dabei wiederholt als "sicher für die Umwelt sowie die menschliche und tierische Gesundheit" eingestuft wurde, konnte sich die EU-Kommission ebenso wie die Mitgliedstaaten politisch nicht auf eine Zulassung verständigen. Hauptgrund war ein in der Amflora-Kartoffel vorhandenenes Antibiotikaresisten-Gen. Zu dieser Problematik hat die EFSA im Juni 2009 erneut eine Stellungnahme abgegeben, wonach eine Gefährdung durch dieses Markergen "unwahrscheinlich" sei.
Obwohl die Amflora-Kartoffel ausschließlich als Rohstoff für die Stärkeindustrie gedacht ist, wurde auch eine Genehmigung als Lebens- und Futtermittel beantragt. Ein Teil der bei der Verarbeitung anfallenden Reststoffe soll als Futtermittel verwertet werden. Die Zulassung als Lebensmittel wurde vorsorglich für den Fall angestrebt, dass einzelne der gv-Kartoffeln versehentlich in die Lebensmittelverarbeitung gelangen.
Die Zulassungs-Entscheidung der EU-Kommission toleriert "zufällige, technisch unvermeidbare" Beimischungen der Amflora-Kartoffeln in Lebensmitteln bis zu einem Anteil von 0,9 Prozent. Ein solcher Schwellenwert gilt für alle in der EU zugelassenen und als gesundheitlich sicher eingestufte gv-Pflanzen.
TW (16.03.2010)
wissenschaft-online
Die meisten Menschen gehen davon aus, dass die Früchte der Erdbeeren Beeren sind. Das ist ein Irrtum. Denn botanisch gesehen gehören sie zu den Sammelnussfrüchten.Eine Sammelnussfrucht ist demnach eine Scheinfrucht, da die einzelnen Früchte -auch Nüsschen genannt- auf bzw. am hochgewölbten Blütenboden sitzen. Das heißt also, die eigentlichen Früchte sind die Nüsschen, die wir auch gerne als "Körner" bezeichnen, welche auf dem roten und süßen Blütenboden sitzen.
Luisa Gollnau, 5b, Juni 2007
Warum der Urin nach dem Spargelessen stinkt!
1. Inhaltsstoffe des Spargels:

Unter den zahlreich nachgewiesenen Aromastoffen dominieren schwefelhaltige Verbindungen, z. B. 1,2-Dithiol (I) und 1,2-Dithiolan-4-carbonsäuremethylester (II) mit ausgesprochenem Spargelaroma. Mengenmäßig überwiegen der Ester (II) sowie die zugehörige 1,2-Dithiolan-4-carbonsäure (III). Letztere heißt auch Asparagussäure. Daher kommt vielleicht die falsche Meinung in vielen populär-wissenschaftlichen Darstellungen, der Aromastoff des Spargels sei das Asparagin.
2. Abbauprodukte im Körper:
Der nach dem Verzehr von Spargel eintretende typische Geruch des Urins ist auf Abbauprodukte wie S-Methyl-thioacrylat (IV) sowie auf dessen Methanthiol-Additionsprodukt S-Methyl-3-(methylthio)thioproponiat (V) zurückzuführen:
Bei Menschen, deren Urin nach dem Spargelgenuss nicht stinkt, fehlt genetisch bedingt ein Enzym des Dithiolan-Ring-Metabolismus.
Natürlich im Körper vorkommende Dithiolan-Verbindung:

Liponsäure
TW
Quelle:
http://dc2.uni-bielefeld.de/dc2/tip/06_01.htm (8.5.2007)
Neben der Produktion von Human-Medikamenten durch gentechnisch veränderte Mikroorganismen oder menschliche Zellkulturen hat sich nun eine dritte Methode etabliert: das Gene-Pharming. Diese Wortschöpfung ist entstanden aus den Begriffen gene, pharmacie und farming. Es geht dabei also um die Produktion von Medikamenten durch gentechnisch veränderte, landwirtschaftliche Nutztiere.
Seit 1982, als es gelang Human-Insulin von gentechnisch veränderten E.coli-Bakterien herstellen zu lassen, haben die Erfolge mit transgenen Organismen stetig zugenommen. 2006 wurde für die Firma GTC Biotherapeutics der erste Wirkstoff zugelassen, der aus der Milch einer transgenen Ziege stammte. Inzwischen haben schottische Forscher eine Hühnerschar von 500 Tieren gemacht, die Eier mit therapeutisch wirksamen Proteinen legen. Wenn auch das Eierlegen ein völlig natürlicher und für die betreffenden Hühner ein völlig schmerzfreier Vorgang ist, so ist doch deren Haltung alles andere als natürlich. Weil die Produktion von transgenen Tieren äußerst kostspielig ist (bei einem Kalb bis zu 400.000€!), werden diese Hühner unter weitgehend keimfreien und naturfernen Bedingungen gehalten. Dadurch kann sich kein Huhn z.B. mit der Vogelgrippe infizieren. Ein "Leben" für die Wissenschaft?
(Quelle: wissenschaft-online)
(TW, 18.1.2007)
Seit etwa sechs Wochen hält eine neue Krankheit, das SARS, die Welt in Atem. Zuerst in China
aufgetaucht und diagnostiziert, ist diese Krankheit inzwischen auch bei uns in
Deutschland angekommen, was in Zeiten des globalen Reiseverkehrs auch keine Schwierigkeit
ist.
Die Krankheit wird auch als untypische Form einer Lungenentzündung bezeichnet, weil
sie ähnliche Symptome aufweist wie bei einer Lungenentzündung, aber wesentlich heftiger
verläuft und deshalb bei infizierten Menschen oft zum Tod führt.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich am 25.3.03 bei einer Pressekonferenz
noch nicht auf den Erreger der Krankheit festgelegt. Diskutiert werden in Fachkreisen
zwei mögliche Erreger:
1. Paramyxoviren, zu denen auch die Erreger von Mumps und Masern gehören;
2. Coronaviren, die bei uns Menschen gemeinhin zu den Grippeerregern zählen.
Coronaviren werden über eine Tröpfcheninfektion verbreitet und sind hochinfektiös. Sie
sind sehr häufig in unserer Umwelt, sodass mindestens 90 % aller 5-jährigen bereits
Kontakt zu ihnen hatten. Allerdings hält die Immunität, die von unserem Immunsystem
gegen den Erreger gebildet wird, nicht ein Leben lang und eine erneute Infektion ist möglich.
Diese Viren sind in unserem Körper nur sehr schwer nachzuweisen. Inzwischen gelingt es aber,
mithilfe von Gensonden Genfragmente des Virus aufzuspüren und so eine Infektion nachzuweisen.
(Quelle © wissenschaft-online)
(TW: 26.03.03)
Der Nationale Ethikrat hat sich kürzlich mehrheitlich für eine begrenzte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik
(PID) ausgesprochen. Das Votum der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages sah dagegen ganz anders aus.
In Deutschland streiten sich diese beiden Gremien : Die Enquete-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin",
die der Deutsche Bundestag in der vergangenen Legislaturperiode eingesetzt hat und auch in dieser Wahlperiode
wieder etablieren will, sowie der Nationale Ethikrat, den die Bundesregierung 2001 gegründet hat. Nachdem sich
beide Gremien zunächst mit der Forschung an embryonalen Stammzellen befasst hatten, wandten sie sich anschließend
einem ebenso kontrovers diskutiertem Thema zu: der Präimplantationsdiagnostik (PID). Beide Gremien sind sich in
beiden Fragen einig, dass sie sich nicht einig sind. Kurz gesagt: Die Enquete-Kommission lehnt beides ab, der
Nationale Ethikrat ist mehrheitlich dafür.
Interessant ist die PID für genetisch belastete Paare, bei denen
ein hohes Risiko besteht, dass ihr Nachwuchs evtl. an einer schweren Erbkrankheit wie Mukoviszidose, Chorea
Huntington oder Chromosomenstörungen wie dem Down-Syndrom leiden wird. Dann werden mehrere Eizellen der Frau
mit den Spermien des Mannes im Reagenzglas befruchtet - ein Verfahren das als In-vitro-Fertilisation bereits
seit langem bei Paaren angewendet wird, die auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen können.
Die befruchteten Eizellen wachsen innerhalb von drei Tagen zu Embryonen aus acht bis zehn Zellen heran. Eine
dieser Zellen wird entnommen und kann auf genetische Fehler untersucht werden. Chromosomale Abweichungen sind
bereits unter dem Mikroskop zu erkennen, für das Aufspüren defekter Gene müssen die Mediziner etwas tiefer in
die Trickkiste greifen. So lassen sich mit Hilfe der Polymerasekettenreaktion bestimmte Abschnitte des Genoms
tausendfach vervielfältigen und können dann Base für Base nach Fehlern durchforstet werden. Bereits nach wenigen
Stunden liegt das Ergebnis vor.
Nur die Embryonen, bei denen keine Schäden festgestellt wurden, werden schließlich in den Uterus der Mutter
verpflanzt, die anderen verworfen. Doch nicht nur dieses "Verwerfen" menschlichen Lebens steht im Widerspruch
zum gültigen Embryonenschutzgesetz.
Schon die Entnahme einer Zelle aus dem frühen Embryo ist kritisch, da sie
nach Auffassung der meisten Forscher noch totipotent ist: Sie könnte - wenn man sie denn ließe - zu einem
vollständigen menschlichen Individuum heranwachsen, wird aber durch die genetische Analyse unwiederbringlich
zerstört.
Die Entscheidung für oder wider PID ist also schwierig, und entsprechend geteilt war das Votum
des Nationalen Ethikrates: 15 der 24 Mitglieder wollen die PID unter strengen Auflagen zulassen, sieben sind
gegen die Einführung der Diagnostik in Deutschland, die in den meisten europäischen Ländern bereits erlaubt ist.
(Quelle © wissenschaft-online)
(TW: 25.01.03)
Mangelnde körperliche Bewegung wird mitverantwortlich gemacht für eine Vielzahl von Krankheiten, angefangen bei
Stoffwechselstörungen bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar manchen Krebsformen. Diese Zusammenhänge
wurden nun in einer umfangreichen Studie von Wissenschaftlern der Univerity of Missouri, der University of
Pennsylvania und der East Carolina University untersucht.
Durch die Analyse der vielfältigen Krankheitsbilder kommen sie dabei zu dem Schluss, dass fehlende körperliche
Betätigung offenbar den Zusammenbruch von übergeordneten körpereigenen Regelkreisläufen zur Folge haben muss.
Die Ursache hierfür könnte sein, dass sich die genetischen Programme, die sich im Laufe unserer Evolution
herausgebildet haben, unter den modernen Lebensumständen versagen. Für den Jäger und Sammler war Bewegung
unabdingbare Voraussetzung im Kampf ums Überleben. In unserer heutigen Gesellschaft spielt Bewegung eher eine
untergeordnete Rolle. Oft äußert sich eine sportliche Einstellung lediglich im Tragen von sportlicher
Kleidung, Fahren von sportlichen Autos und Anschauen von Sportübertragungen im Fernsehen. Dieses gelebte
Programm passt aber eben nicht zu unserem gespeicherten Programm.
Deshalb bleibt es beim Ratschlag der Mediziner, sich zu bewegen, auch wenn es offensichtlich nicht dem
Überleben dient. Oder doch?!
Quellen:
Journal of Applied Physiology 93: 3-30 (2002)
(TW: 20.07.02)
Mangan im Kampf gegen HIV
Die Retroviren, zu denen auch das HIV gehört, haben ihre Erbinformation in Form von RNA gespeichert, während
die Zellen im menschlichen Organismus ja bekanntlich die DNA als Speichermedium benutzen. Dringt nun ein HI-Virus
in eine menschliche Zelle ein, muss das Virus-Genom in der Wirtszelle von RNA zu DNA umgeschrieben werden, wozu das
Virus
gleich das passende Enzym, die Reverse Transkriptase mitbringt.
Zum richtigen Funktionieren ist das Enzym auf die Anwesenheit von Magnesium und Mangan angewiesen, und zwar im
richtigen Mengenverhältnis: viel Magnesium, wenig Mangan. Ändert man nun dieses Verhältnis, z.B. durch die Zugabe
von Mangan, nimmt die Aktivität des Enzyms sehr stark ab.
Diese Methode über die Hemmung des für die Viren essentiellen Enzyms stellt einen neuen Ansatz in der
AIDS-Bekämpfung dar.
Dies ist besonders wichtig, da die momentan verfügbaren Hemmstoffe der reversen Transkriptase von den
Verwandlungskünstlern HIV leicht aus dem Rennen gebracht werden und ihre Effektivität einbüßen.
Quellen:
Johns Hopkins Medical Institutions
Molecular Cell 9(4): 879-889 (2002)
(TW: 29.04.02)
"Die Spatzen pfeiffen es von den Dächern" oder "Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem
Dach" oder auch lediglich als "Dreckspatz": der Spatz kommt in allerlei Redewendungun des täglichen
Gebrauchs vor. Genauso alltäglich wie im Sprachgebrauch ist der Haussperling, genannt Spatz, auch sonst.
Er ist kein besonders schöner weil grau in grau gefärbter Vogel, und er hat auch keinen aufregenden Gesang,
obwohl er zu den Singvögeln zählt. Trotzdem ist er jetzt vom NABU zum Vogel des Jahres ernannt worden.
Und das aus gutem Grund.
Als Kulturfolger war der Spatz seit jeher ein Begleiter des Menschen. Nun gehen aber seine Bestände
kontinuierlich zurück. Er ist noch nicht vom Aussterben bedroht- im Saarland schätzt man noch ca.
60.000 Brutpaare-, aber vor 50 Jahren waren es noch doppelt so viele. Fehlende Nistmöglichkeiten und vor
allen Dingen Sandflächen, in denen der "Dreckspatz" ausgiebig sandbaden kann, um sein Gefieder von
Parasiten zu befreien, fehlen ihm heute aber immer mehr, sodass die Individuenzahlen in den Populationen
ständig abnehmen. Wir müssen es ja nicht so weit kommen lassen, dass er irgendwann doch auf die Rote Liste
kommt, und könnten dem Spatz z.B. ein neues Eigenheim im Reihenhausstil zum Wohnen zur Verfügung stellen.
Mehr Informationen dazu erhalten Sie beim NABU Saar: www.NABU-Saar.de
(TW: 14.04.02)
Die blue-Jeans ist nach wie vor das Kleidungsstück für alle möglichen Gelegenheiten und millionenmal in aller
Welt verkauft. Doch nun ist sie in eine schwere Krise geraten:
Durch die Ratifizierung des Levi Strauss Protocol des Intergovernmental Panel on Green Textile Production (IPGTP)
haben sich die Jeanshersteller verpflichtet, ganz auf die Verwendung des petrochemisch und damit sehr
umweltschädlich hergestellten Farbstoffs Indigo zu verzichten und auf gentechnisch hergestellten Farbstoff
zurückzugreifen.
Das Verfahren dabei ist folgendes:
Gentechnisch veränderte Coli-Bakterien produzieren mithilfe eines zusätzlichen Gens aus dem körpereigenen
Stoff Tryptophan den Ausgangsstoff für Indigo, das Indoxyl. Kommt dieses mit Luftsauerstoff in Kontakt,
entsteht spontan Indigo. Dieses umweltneutrale Verfahren ist allerdings noch nicht für den großtechnischen
Einsatz geeignet. Deshalb müssen die Jeanshersteller im Moment noch einen Umweg beschreiten.
Jeder neuen (und ungefärbten!) Jeans wird eine Bakterienpackung beigelegt. Der stolze Besitzer der neuen Hose
muss nun selbst färben. Dazu steigt er am besten mit Hose in die Badewanne und löst die Bakterienmischung im
Badewasser auf. Wenn er dann nach zwei Stunden aus der Wanne klettert, kann er ähnlich einem Sofortbild die
Färbung seiner Hose bestaunen. Nach dem Trocknen ist die Hose von einer "normalen" Jeans nicht mehr zu
unterscheiden.
(TW: 01.04.02)
Inzwischen haben unsere Politiker in einer sehr demokratisch und über die Parteigrenzen hinweg
geführten Debatte entschieden, dem Import von embryonalen Stammzellen unter strengen Auflagen
zuzustimmen. Die Klassen 10b und 10c sprechen gerade in ihrem Bio-Unterricht über die Gentechnik
und haben ihre Standpunkte zu dieser Thematik erarbeitet. Auch in den Klassen herrscht keine Einigkeit
über das weitere Vorgehen bei dieser Forschung. An dieser Stelle folgen also in den nächsten Tagen die
Standpunkte aus den beiden Klassen.
Thema:
embryonale Stammzellen
Klasse 10c:
-
Wir sind
gegen
die Stammzellforschung an embryonalen Stammzellen, weil man erst einmal mit adulten Stammzellen
forschen sollte, um keine Embryonen töten zu müssen!
(Manon, Oliver, Jonathan, Matthias G., Tobias, Alexander)
-
Wir sind
für
die Stammzellforschung an embryonalen Stammzellen, weil man die schon vorhandenen embryonalen
Stammzellen unter strengen Auflagen für medizinische Zwecke nutzen sollte!
(Jenny, Carolin, Jasmin, Steffen,
Alexander K., Thorsten, Julia, Julia, Jeanine, Rabea, Anika, Tanja, Jens, Anke, Eva Sch., Alica, Jaqueline,
Tim)
Thema:
gentechnische Veränderung von Lebewesen
Klasse 10b:
-
Wir sind uns durchaus der positiven Aspekte der gentechnischen Veränderung von Lebewesen bewusst,
allerdings sollten die Gefahren nie vernachlässigt werden.
Das Wissen um diese Gefahren macht die gentechnische Veränderung nur im Rahmen strenger Sicherheitsvorschriften möglich!
(Sarah Sch., Daniela, Michell, Carolin, Stefanie, Raissa, Deborah, Jeanette, Sarah R., Desirée, Jennifer)
-
Wir sind ausdrücklich für die gentechnische Veränderung von Lebewesen, weil keine Kontrolle über illegale
Forschungen mit all ihren Gefahren möglich ist.
Deshalb sollte auch die legale Forschung gefördert werden!
(Christian, Henning, Martin, Jens, Dominik)
Am 30. Januar will der Bundestag entscheiden, wie es in Zukunft in Deutschland mit der Forschung an
embryonalen Stammzellen weitergeht. Bei der Diskussion um die Frage des Imports von Stammzellen aus
anderen Ländern können sich die Politiker gleich auf die Empfehlungen von 4 Räten stützen:
- Der Ethik-Beirat am Bundesgesundheitsministerium, der von der Ex-Ministerin Andrea Fischer einberufen
worden ist
- Der Nationale Ethik-Rat mit 25 Mitgliedern. Dieser Rat, der von Bundeskanzler Schröder einberufen wurde,
hatte sich bereits im November 2001 dafür ausgesprochen, den Import von embryonalen Stammzellen unter
strengen Auflagen zuzulassen
- Die Enquete-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin" wurde im Jahr 2000 vom Deutschen
Bundestag eingesetzt.
Ihr gehören 13 Mitglieder des Bundestags und 13 Sachverständige an
- Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) als zentrale Selbstverwaltungseinrichtung der Wissenschaft
will die Forschung an Hochschulen fördern.
Ihr liegen bereits Förderanträge von Wissenschaftlern zur Stammzellforschung vor
Bei diesem Thema scheint also guter Rat nicht nur teuer sondern auch noch schwierig zu sein, wenn sich gleich
so viele Menschen ihren Kopf darüber zerbrechen müssen, einer verbrauchenden Embryonenforschung zuzustimmen
oder eben nicht ...
Schreibt doch einfach mal an bionline@gymkus.de, welchen Rat Ihr den Politikern geben würdet!
(TW: 26.1.02)
Out of Africa - so nennen die Anthropologen die Hypothese, nach der die
Wiege des modernen Menschen in Afrika stand und er von dort aus die
Welt besiedelt hat. Das bezog man bisher aber lediglich auf die
anatomischen Merkmale. Kulturelle und soziale Errungenschaften wie
Werkzeuggebrauch, Sprachgebrauch und soziale Fürsorge und
Arbeitsteilung sollten sich demnach später multiregional entwickelt
haben.
Nun hat man aber in Südafrika in einer Höhle eine Entdeckung gemacht,
die dieser These widerspricht. In einer mehr als 70000 Jahre alten
Schicht fand man verschiedene Knochenwerkzeuge und auch Ockerstücke,
die die Höhlenbewohner wahrscheinlich als Farbstoffe nutzten.
Offensichtlich entwickelte Homo sapiens vor über 70.000 Jahren in
Afrika sein modernes Sozialverhalten und trug es bei seinen Wanderungen
und Besiedelungen in die ganze Welt.
Demnach hat die Wiege der Menschheit nicht nur was die anatomischen
Merkmale wie den aufrechten Gang sondern auch was das moderne
Sozialverhalten angeht, in Afrika gestanden.
(Quelle: Journal of Human Evolution, 41 (2001))
(TW: 20.11.01)
Unter dem Titel "Die Genhändler" von Octavia Butler verbirgt sich ein Buch mit einem
recht interessanten Inhalt. Der Science-fiction Roman spielt nach einem weltweiten
nuklearen Krieg, in dem die westliche Erdhalbkugel weitgehend zerstört ist. In diesen
Tumult geraten die Oankali, ausserirdische Wesen, die die Überlebenden in ihr Raumschiff
aufnehmen. Das geschieht nicht nur aus reiner "Menschenliebe" sondern birgt noch einen
Haken. Die Oankali ziehen seit undenklichen Zeiten mit ihren lebenden Raumschiffen durch
das All und suchen nach intelligentem Leben. Mit diesen Zivilisationen vermischen sie
sich nun und nehmen deren Erbinformation in sich auf. Das ursprungliche Schiff zieht
dann weiter und sucht nach anderen noch neuen Zivilisationen. Auf dem Planeten bleiben
nun die Nachkömmlinge der Vermischten beiden Rassen zurück und auf der Welt wird aus
einem Samen ein neues Raumschiff gezüchtet. Dieses Raumschiff nimmt nun einen Grossteil
der Planetenmasse in sich auf und zieht mit den Oankalis weiter. Die O. besitzen drei
verschiedene Geschlechter, männlich, weiblich und ooloi. Die Ooloi haben die Gabe mit
einem besonderen Organ die Verschmelzung von den Keimzellen zu steuern und so einen
Nachkommen nach Wunsch zu erzeugen, der den Anforderungen optimal entspricht. Die Oankali
lassen den Menschen gemäss ihrer hohen Ehtik die Wahl, ob sie sich mit den Oankali
verbinden oder auf der wiederhergestellten Erde unfruchtbar bis an ihr Lebensende
wohnen. Erstaunlich viele Menschen wählen diesen Weg und schliessen sich zu
Widerstandsgruppen zusammen. In dem Buch werden durch eine ansprechende Weise
biologische Fakten nahegebracht.
(ERA: 6.11.01)
Erreger: Bacillus anthracis, 3 Formen der Krankheit: 1. Hautmilzbrand:
an der Infektionsstelle entsteht ein Milzbrandkarbunkel mit
anschließender Eiterung, Ödembildung und Fieber; 2. Lungenmilzbrand
durch Einatmen der Erreger oder dessen Sporen (endet fast immer
tödlich); 3. Darmmilzbrand durch Verschlucken der Erreger.
Allgemeininfektion mit Fieber, Herzinsuffiziens und Kräftezerfall;
außerdem brandige Verfärbung der Milz!.
Die Behandlung muss möglichst bald nach der Infektion mit hohen Dosen
Antbiotika erfolgen, sonst gibt es
keine Rettung mehr für die Infizierten. Die Bakterien scheiden ein
Exotoxin aus, das die eigentliche Schädigung
hervorruft. Dieses Toxin, das aus verschiedenen Eiweiß-Molekülen
besteht, dringt in die menschlichen Zellen ein
und zerstört deren normalen Stoffwechselprozesse durch Spaltung eines
wichtigen Enzyms. Amerikanischen Wissenschaftlern
is es nun gelungen, die Rezeptoren der Zellen zu identifizieren, an die
das Toxin andockt um anschließend in die Zellen
zu gelangen. Daraus schöpfen sie die Hoffnung, einen Wirkstoff zu
finden, der die Bakterien und ihr Toxin unschädlich
macht. Damit wäre dem Erreger auch auf längere Zeit hin der Schrecken
genommen. Bacillus anthracis hat eben die
unangenehme Eigenschaft, Sporen zu bilden, die Jahre bis Jahrzehnte
überdauern und bei günstigen Bedingungen
(z.B. nach einer Versendung mit einem Brief und Kontakt zu einem
Menschen!) wieder auskeimen können und sehr
infektiös sind.
(TW, 28.10.01)
Bisher ist es nicht möglich, am lebenden Organismus die Krankheit BSE bei Rindern bzw. vCJK bei Menschen sicher
nachzuweisen. Erst die Obduktion und die Untersuchung des Gehirns bringt Klarheit über die Todesursache. Der
Verursacher der Krankheit, das Prion PrPSc, kann nicht durch einen Antikörpertest oder durch das Aufspüren von
genetischen Material nachgewiesen werden. Das PrPSc entspricht in seiner Aminosäurezusammensetzung dem kör-
pereigenen Eiweiß PrPS, es liegt lediglich in einer anderen räumlichen Struktur vor. Deshalb findet eine Infektion auch
still und leise statt, ohne Reaktion des Immunsystems. Schottische Forscher versuchten nun, das Prion auf indirektem
Weg nachzuweisen.
Weil bekannt ist, dass das Prion nach der Infektion erst die lymphatischen Organe (Milz, Mandeln, Lymphknoten)
befällt, suchten sie in der Milz von Mäusen nach Unterschieden zwischen infizierten und nicht-infizierten Tieren. Sie
fanden heraus, dass der Gehalt an EDRF (erythroid-differentiation-related- factor; ein wichtiges Protein bei der Diffe-
renzierung der roten Blutkörperchen) bei erkrankten Tieren wesentlich geringer ist. Der Mechanismus dieser Regelung
ist bis jetzt nicht bekannt. Ob dieser Mechanismus auch als zuverlässiger Marker für eine Prionenerkrankung beim
Menschen dienen kann, müssen weitere Untersuchungen zeigen. Ein Bluttest zum Nachweis von BSE wäre aus zwei
Gründen sehr wünschenswert:
1. Durch die lange Inkubationszeit bis zum Ausbruch der Krankheit kann ein vermeintlich gesunder Mensch über eine
Bluttransfusion weitere Menschen mit dem Erreger infizieren;
2. Bis zum jetzigen Zeitpunkt werden alle Rinder einer Herde bei einem bestätigten Fall vorsorglich geschlachtet, auch
die völlig gesunden Tiere; bei einem Nachweistest am lebenden Tier wäre das nicht mehr nötig.
(Quelle: ScienceNow, Nature Medicine, 2001; TW, 22.3.2001)
Jeder erinnert sich nicht noch an die Entführung von Ulrike.
Schließlich wurden wir alle wochenlang vom Fernsehen, dem Radio und der
Zeitung damit genervt. Inzwischen kennen wir Ulrikes Mörder, da er dank
einer DNA-Analyse gefunden wurde. Aber wie funktioniert die Analyse
dieses Genetischen Fingerabdrucks eigentlich?
Als erstes wird bei einer DNA-Analyse natürlich die DNA benötigt: diese
erhält man z.B. aus den Blut- oder Spermaspuren, Speichel, Haaren oder
von Hautzellen unter den Fingernägeln welche beim Opfer zurückbleiben.
Doch leider reicht die Menge der gefundenen DNA nicht für eine Analyse,
deshalb muss die DNA zuerst vermehrt werden.
Zum Vervielfältigen wird nur eine sehr geringe Menge DNA benötigt, da diese mit der PCR
(Polymerase-Chain-Reaction von Kary Mullis, 1983)
von nur wenigen Tausend Basenpaaren millionenfach kopiert werden kann.
Die PCR kopiert die DNA-Basenpaare mithilfe einer Mischung bestehend
aus zwei Primer, vier DNA-Bausteinen und einer Polymerase. Dieses
Gemisch wird dann abwechselnd erwärmt und abgekühlt so dass die
Polymerase neue DNA-Stränge erzeugt.
Wir haben nun genug DNA, jetzt beginnt die eigentliche Analyse. Dies
geschieht durch eine Gel-Elektrophorese: Zwei Elektroden werden an ein
Gel angelegt und die zwei DNA Proben (die Probe des Verdächtigten und
die gefundene Probe) werden nebeneinander an einer Linie platziert.
Wenn jetzt Strom durch die Elektroden geleitet wird bewegen sich die
Proben durch das Gel.
Da die Struktur des Gels viele Hohlräume hat (so ähnlich wie ein
Schwamm) bewegen sich die DNA-Proben auch je nach ihrer Größe und
Struktur unterschiedlich schnell. Es entstehen "Banden" welche mithilfe
von Färbemethoden sichtbar gemacht werden. Sind die Bandenmuster
identisch, handelt es sich um die selbe Person
Das hört sich ganz schön kompliziert an, deswegen fasst der Erklärbär noch mal alles kurz zusammen:
Als erstes benötigt man die DNA. Diese wird mit der PCR vervielfältigt.
Dann setzt man beide Proben auf ein Gel und stellt das ganze unter
Strom. Weil die Struktur des Gels wie ein Schwamm aufgebaut ist, und
die Proben in ihrem Aufbau unterschiedlich groß sind bewegen sie sich
folglich auch unterschiedlich schnell durch das Gel. Am Schluss färbt
man das Ganze noch ein um das Ergebnis betrachten zu können.
(JP) 27.04.01
Der Streit um die Präimplantationsdiagnostik (PID) wird immer heftiger vorgetragen und wird inzwischen auch zum
reinen Politikum und von unserem Bundeskanzler zur Chefsache erklärt.
Worum geht es dabei ?
Bei der PID wird nach einer in vitro-Fertilisation (Befruchtung im Reagenzglas) dem Enbryo bis zum Achtzell-Stadium
eine Zelle entnommen und deren Erbgut auf mögliche Schäden hin untersucht. Falls irgend etwas nicht stimmt (das
könnte z.B. auch nur das falsche Geschlecht sein!!!), wird dieser Embryo "verworfen". Falls alles in Ordnung ist,
wird dieser Embryo in die Gebärmutter eingepflanzt (implantiert). Dem Embryo ist es dabei egal, dass ihm eine Zelle
fehlt, er wächst trotzdem zu einem vollständigen Lebewesen heran, weil die verbleibenden Zellen totipotent (aus ihnen
können alle anderen Arten von Zellen entstehen) sind. Diese Technik ist in der BRD verboten, weil es sich um eine
verbrauchende Embryonenforschung handelt, in anderen Ländern dagegen ist sie erlaubt (z.B. England, Portugal,
Amerika...). Bei uns hat sich auch die Ethikkommision beim Bundesgesundheitsministerium ganz klar dagegen ausge-
sprochen. Da hat nun der Bundeskanzler ein Machtwort gesprochen. Er hat einfach die Kommision abgesetzt und will
in den nächsten Tagen eine neue Kommision einberufen mit Vertretern aus Wissenschaft und Forschung, die der gan-
zen Sache wohlgesonnen gegenüber stehen. So einfach geht das.
Die Pränataldiagnostik (PND) ist dagegen in Deutschland schon sehr lange Praxis. Dabei geht es darum, bei einem
Embryo, der im Mutterleib heranwächst, durch z.B. eine Fruchtwasseruntersuchung mögliche genetische Schäden
aufzudecken um sich eventuell für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden zu können.
TW (04.04.01)
Was sehr wünschenswert wäre, nämlich endlich ein Ende von
Tierversuchen, ist nun für einen kleinen Bereich der Pharmaforschung
möglich geworden. Der sogenannte "Neurotoxizitäts-Test" bei der
Erprobung von neu entwickelten Medikamenten wurde bisher an lebenden
Mäusen durchgeführt, die bei einer Verabreichung von nervenschädigenden
Substanzen mit Zittern, Lähmungen oder auch Ausfall des
Zentralnervensystems reagierten.
Forscher der Uni Rostock entwickelten nun zusammen mit Kollegen aus
Amerika ein "künstliches Nervensystem". Sie setzen auf ein
Leiterbahngerüst aus Indium-Zinnoxiddrähten embryonale Nervenzellen,
die in einer speziellen Nährlösung innerhalb kurzer Zeit zu einem
Nervengeflecht heranwachsen , das selbstständig elektrische Impulse
erzeugt. Die Metalldrähte leiten diese Impulse weiter zu einem
Computer, der diese dann auswertet.
Gibt man nun zu diesem Nervensystem eine neurotoxische Substanz, kann man zwei wesentliche Veränderungen feststellen:
1. die elektrischen Signale der Nervenzellen verändern sich, per
Computer werden die Veränderungen registriert und ausgewertet. So kann
man z.B. feststellen, ob die Impulsweiterleitung innerhalb einer Zelle
oder zwischen den einzelnen Nervenzellen gestört ist;
2. neben physiologischen Veränderungen lassen sich mithlife eines
Mikroskops auch strukturelle Veränderungen an den lebenden Nervenzellen
feststellen, was im Tierversuch nicht möglich ist.
Der nächste Schritt wird sein, mit diesen Erkenntnissen einen Neurochip
zu bauen, der solche Untersuchungen automatisieren könnte. Dies würde
dann der Pharmaforschung viel Geld und vielen Versuchstieren ihr
qualvolles Dasein ersparen.
(Quelle: GEO 4/2001; TW)
Der Diabetes ist eine Krankheit, bei der die beta-Zellen in der
Bauchspeicheldrüse beim Menschen kein Insulin mehr produzieren,
das zur Regelung des Blutzuckerspiegels unbedingt benötigt wird. Diese
Störung kann bis jetzt nicht geheilt werden, die Patienten
müssen ständig eine zuckerarme Diät zu sich nehmen und täglich Insulin
injezieren. Inzwischen entspricht das gentechnisch hergestellte
Insulin genau dem menschlichen Insulin und ruft keine schweren
Nebenwirkungen mehr hervor wie das Schweineinsulin, das aus der
Bauchspeicheldrüse von Schlachttieren gewonnen wurde.
Amerikanischen Forschern ist nun bei der embryonalen Stammzellforschung
ein großer Fortschritt gelungen. Embryonale Stammzellen
sind totipotent und stehen am Anfang jeder Entwicklungslinie zu
ausdifferenzierten Zellen. Den Wissenschaftlern gelang es im Labor,
Stammzellen derart zu differenziern, dass sie auf einen Zuckerreiz hin
mit der Produktion von Insulin reagierten. Diese Fähigkeit
behielten sie sogar bei, nachdem sie in Mäuse mit Diabetes injeziert
worden waren. Sollte dies beim Menschen auch möglich sein,
könnte das eine Heilung für Diabetiker sein.
(11.05.01; TW)